Mittwoch, 3. Mai 2017

Blogtour Hollerbrunn Tag 2





Hallo meine lieben Leser,

gestern hat ja die liebe Michele von Elchi's World of Books and Crafts unsere Blogtour zum Buch "Hollerbrunn" von der lieben Tina Skupin eröffnet und hat uns das Buch ein bisschen näher gebracht.

Heute am zweiten Tag der Blogtour möchte ich die mitternachtsblaue Fee euch gerne was über die Entstehung und Entwicklung von Frau Holle erzählen.

Frau Holle ist auf jeden Fall eine mitteleuropäische Sagengestalt und das Märchen gehört zum Märchentyp 480D: Geschichten von artigen und unartigen Mädchen.

Frau Holle erschien im  Jahre 1812 in der Erstauflage bei den Kinder- und Hausmärchen. In der zweiten Auflage kam ein auf einmal ein Hahn im Märchen vor. Die Urfassung von Frau Holle kam von Jacob Grimm. Es gibt also ganz verschiedene Fassungen des Märchens.

Früher starben sehr viele Frauen im Kinderbett. Witwer heirateten oft neu und zeuten konkurrierende Halbgeschwister. Dies wird ab der zweiten Auflage von Frau Holle behandelt.
Wo genau Frau Holle zu Hause ist, weiß man leider nicht, denn viele Leute behaupten, das Frau Holle bei Ihnen zuhause sei, aber ob dem auch wirklich so ist, keine Ahnung. Es wurden schon viele verschiedene Herkunftsorte von Frau Holle genannt wie z.B. Hohe Meißner zwischen Kassel und Eschwege, Hörselberge bei Eisenach und Hörselberg Hollerich. Also mehr wie Vermutungen anstellen, kann man leider nicht.

Bei Frau Holle wird wohl mythologisch gesehen älterer Stoff verarbeitet. Das Reinspringen in den Brunnen und die dazu führende Reise in die Anderswelt. Die Wesenseinsichten von Frau Holle lassen sich an den Gestalten von Sonne, Mond und Erde ablesen. Die Goldmarie als ein Sonnenmädchen und die Pechmarie als eine Mondgestalt. Frau Holle (Hulda, Perchta) die "Mutter Erde" genannt wird und zu der man nur gelangt, wenn man in den Weltenbrunnen steigt, um in die Unterwelt zu kommen. Die Stiefmutter (Frau Welt genannt), ist die Gegenspielerin von Frau Holle und ist eher schlecht als recht. Frau Holle gleich Hulda, Perchta und Hel.


Bedeutung der verschiedenen Arbeiten bei Frau Holle:
- Spinnen = Tüchtigkeitsprobe
- Reinspringen in den Brunnen = Zugang zum Unbewussten
- Brot aus Ofen holen = menschliche Bemühung
- Apfelbaum schütteln = männliche Funktion wird angedeutet

Schneehimmel: geistig-kühle Sphäre des Unbewussten
Vergoldung und Hahnenschrei: Heldin wird mit der aufgehenden Sonne (neugewonnenes Bewusstsein) indentifiziert


Theoretische Herkunft von Frau Holle:
Durch das hohe Alter von Frau Holle soll sie eine große Muttergöttin der Jungsteinzeit sein. Schriftlichen Erwähnungen von Frau Holle scheinen mindestens schon 1000 Jahre her zu sein. Die früheste Erwähnung war zwischen 1008 und 1012. Soll aber wohl schon sehr viel älter sein, aber Frau Holle ist auf jeden Fall keine Spukgestalt und auch kein Vegetationsdämon, sondern eine regionale Verkörperung einer uralten weiblichen Erdgottheit. Sie wurde unter vielen verschiedenen Namen verehrt. Frau Holle könnte auch der Beiname der germanischen Göttin Frigge sein.


Neben dem Märchen Frau Holle, so wie wir es von den Brüdern Grimm kennen, existieren noch viele weitere Sagen um Frau Holle.

- Sie wurde auf zahlreichen Bergen verehrt. Einige Sagen wurden beim Hohen Meißners in Nordhessen überliefert. Dort gibt es einen Teich, der so tief sein soll, das er der Eingang zur Anderswelt ist.

- Frau Holle soll für den Winter und die Schneemenge verantwortlich sein, denn je mehr sie ihre Betten ausschüttelt, umso mehr schneit es.

- Frau Holle soll angeblich die grünenden Flure im Frühjahr segnen, indem sie über Wiesen und Felder läuft. Der Saft in den Pflanzen soll dadurch fließen und die Natur erwacht davon.

- Frau Holle hat den Menschen das Spinnen und Weben gelehrt.

- Der Holunder soll von Frau Holle geweiht sein.

- Frau Holle schenkt Mädchen und Frauen Blumen, Obst oder Kuchen und davon sollen sie fruchtbar werden und schöne Jahre haben.

- Frau Holle bringt nach den Sagen die Kinder.

- Frau Holle ist die Herrscherin über die Schätze im Erdinneren.

- Frau Holle prüft in Gestalt einer Muhme die Seelen der Menschen. Als alte hilflose Frau bittet sie Menschen um Nahrung und ein Dach über dem Kopf. Diejenigen die ihr helfen werden belohnt und die ihr nicht helfen bestraft.


Ich hoffe ich konnte euch die Märchenfigur Frau Holle ein bisschen näher bringen.

Morgen geht die Blogtour weiter bei unserer schneeweißen Fee Steffi von Leseengels Bücherblog weiter, die uns ein bisschen was über den Verlust als Jugendlicher erzählt.


Hier der Fahrplan der Blogtour:

02.05 Elchis World of Books & Crafts - Hollerbrunn - Das Buch
03.05 Lesemaus87 (Hier bei mir)          - Die Figur der Frau Holle
04.05 Leseengels Buchblog                   - Verlust als Jugendlicher
05.05 Bookwormdreamers                    - Patchwork Familien
06.05 Buchstaebliches                           - Sagen und Legenden der Alpen
07.05 Pause
08.05 Myna Kaltschnee                         - Geliebt und Gehasst: Geschwister


Bis bald
eure Rebecca










 

1 Kommentar:

  1. Ganz toll soviel, für mich noch neue Sagen um Frau Holle zu lesen und danke für den schönen Beitrag dazu!
    VLG Jenny

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