Montag, 5. Januar 2015

Blogtour "Mein KopfKino2015" - Tag 4 -

Interview mit dem Autor Thomas Dellenbusch

 
 
 
Einen schönen guten Morgen meine lieben Leser,
 
heute ist es endlich soweit
 
und ich bin dran mit meinem Beitrag
 
zur Blogtour zu "MeinKopfKino2015"!
 
 
Gestern hat euch Sabrina von http://www.binchensbuecher.blogspot.de/
 
die Hörbücher vorgestellt.
 
Heute werde ich euch den Autor "Thomas Dellenbusch" vorstellen,
mit dem ich ein Interview führen durfte.
 
 
Darf ich nun vorstellen Thomas Dellenbusch ;)
 

Hallo Thomas, schön das du da bist und ich dich interviewen darf ;)
 
Kommen wir nun zu meiner ersten Frage.
 
-  Thomas, wie wäre es, wenn Du dich ganz allgemein erst einmal selber vorstellst?
 
Hallo Rebecca, gerne! Ich wurde 1964 in Düsseldorf geboren (mein Geburtstag wurde dann später zum Nationalfeiertag erklärt). Seit ich denken kann, stehe ich auf das geschriebene Wort. Im Alter von 9 habe ich mir zu Weihnachten eine Schreibmaschine gewünscht und auch bekommen. Damit schrieb ich erste Kurzgeschichten. Ich erinnere mich, dass es Western waren. Nach der Schule ging ich zur Polizei, bei der ich nach fast 20 Jahren als Kriminaloberkommisar gekündigt habe, um mich als Texter mit einer Werbeagentur selbständig zu machen. Auch heute arbeite ich hauptberuflich als Werbetexter für verschiedene Unternehmen. In meiner Freizeit begeistere ich mich für Philosophie und Geschichte, sowie für strategische Brettspiele. Ich lebe derzeit zwar als Single, aber in einer Partnerschaft genieße ich auch gemeinsame Leseabende. Ich lese nämlich gerne vor. Hierfür eignen sich wegen ihrer mittleren Länge Erzählungen, bzw. Novellen sehr gut. Das ist der Grund, warum ich sie schreibe.

- Soweit ich das richtig gesehen habe, gibt es noch keinen Roman von Dir. Ich meine Erzählungen sind ja eher weniger beliebt. Wird es bald auch mal einen Roman von dir geben?

Nicht in absehbarer Zeit. Ich habe zwar einen groben Plot dazu in der Schublade, aber da bleibt er auch erst einmal für eine Weile. Es war eine bewusste Entscheidung, einen Verlag zu gründen, der sich ausschließlich auf Erzählungen spezialisiert. Es ist mir auch bewusst, dass sich diese Literaturgattung nicht so häufig verkauft. Und auch, wenn ich selbst sehr gerne Erzählungen lese, so halte ich nicht deswegen daran fest, sondern weil Erzählungen gerade wegen ihrer mittleren Länge einen Mehrwert bieten, den weder Kurzgeschichten noch Romane bieten. Sie eignen sich für gemeinsame (Vor-)Leseabende. Man erwirbt quasi über die Geschichte hinaus auch noch eine gemeinsame, alternative Freizeitbeschäftigung für sich und den eigenen Partner. Wenn sich diese Idee irgendwann einmal mehr herumgesprochen  hat und viele verschiedene Autoren Erzählungen im KopfKino- Verlag anbieten, dann hole ich meinen Roman - Plot aus der Schublade. Bis dahin konzentriere ich mich darauf, für die Idee zu werben, Literatur gemeinsam zu genießen.

- Also möchtest Du gerne auch andere Autorinnen und Autoren verlegen?

Ja sofern es sich bei den Werken um Erzählungen handelt, die deutlich länger als Kurzgeschichten sind. So circa 40 bis 120 Printseiten. Momentan arbeiten vier interessierte Autorinnen daran, eine solche für den KopfKino - Verlag fertigzustellen.

- Du hast bisher sechs Erzählungen veröffentlicht. Sie alle sind sehr, sehr unterschiedlich. Ich finde das eher ungewöhnlich. Hast Du für Dich noch keinen roten Faden gefunden?

Um ehrlich zu sein, experimentiere ich bisher mit verschiedenen Konzepten herum. Das heißt nicht, dass Konzept oder Sprache noch unausgereift sind, denn alle Geschichten erfahren von ihren bisherigen Leser/innen sehr positiven Zuspruch. Nein, ich habe einfach mal verschiedene Ideen ausprobiert. In einer Geschichte wollte ich Zeitreisen möglich machen, ohne an dem berühmten Großvater - Paradoxon zu scheitern. In einer anderen wollte ich die christliche Ostergeschichte verstecken. Bei einer weiteren wollte ich es schaffen, eine komplette Erzählung als Palindrom zu schreiben, also eine Geschichte, die man sowohl vorwärts als auch rückwärts lesen kann. In einer anderen wollte ich unbedingt mal ausprobieren, wie es sich anfühlt, mehrere unabhängige Geschichten ineinander zu verschachteln und dann aus dieser Verschachtelung ordentlich wieder herauszukommen. Es gibt Autoren, die schreiben nur Thriller, Romantik oder Fantasy. Mich reizt dagegen eher eine besondere Grundidee, eine besondere Konzeption.

- Woher kommen Dir denn die Ideen für Deine Geschichten?

Diese Frage habe ich befürchtet. Ich weiß es nicht. Ich muss sie mir wirklich mühsam erarbeiten. Das ist das, was bei mir am längsten dauert. Ich brauche manchmal Monate für eine neue Idee, bevor ich anfangen kann zu schreiben. Ich kann immer erst mit der Erschaffung der Charaktere oder des Handlungsablaufs beginnen, wenn ich weiß, wie das Ganze endet. Ich brauche zuerst das Ende. Ich muss wissen, worauf alles hinausläuft. Am Beispiel von "Verstecktes Herz" lässt sich das am ehesten nachvollziehen. Die Protagonistin hat ein dunkles Geheimnis, das erst am Ende zum Vorschein kommt. Die komplette Story entwickelt sich so, wie sie sich entwickelt, auf eben dieser Grundlage. Ich als Autor muss ihr Geheimnis ja kennen, ich muss wissen, warum gerade dieses Geheimnis Yvonne zu dem macht, was sie ist. Nur so kann ich erstens die mitspielenden Personen entwickeln und zweitens den Handlungsablauf so gestalten, dass am Ende die Bombe auch platzt.

- Wie und Wo schreibst Du dann am liebsten, bzw. wie sieht denn ein typischer Tag im Leben des Autors Thomas Dellenbusch aus?

Nun, zuerst frühstücke ich mit meiner Muse auf der Dachterrasse meines Anwesens in Monaco. Dann segeln wir auf meiner Yacht ein paar Stunden hinaus. Dann folgen meist Pressetermine, bevor ich mich in meiner rustikalen Bibliothek an meinen antiken Schreibtisch setzen kann. Dann wache ich endlich auf und fahre mit dem Rad zu jener Firma, für die ich gerade arbeite, und nach Feierabend folgt ein Stück Hausarbeit und vielleicht ein Spieleabend mit Freunden. Zum Schreiben komme ich meist nur an freien Tagen. Das mache ich dann entweder zu Hause am Computer oder in einem Cafe mit einem Laptop.

- Gibt es etwas, auf das Du selbst sehr viel Wert legst bei deiner Arbeit als Autor?

Ja, es sind genau 3 Sachen, die mir wichtig sind. Da ist erstens die bereits erwähnte, besondere konzeptionelle Grundidee, durch die sich eine Geschichte auszeichnen soll. Zweitens will ich partout nicht beim Lügen erwischt werden. Deswegen recherchiere ich möglichst gründlich, seien es Örtlichkeiten, physikalische Gesetze, geschichtliche Zusammenhänge und ähnliches. Und last but not least bemühe ich mich um eine schöne Sprache. Ich bin fasziniert davon, mit Worten zu spielen und mit ihnen Bilder zu malen. Diese Faszination hat mich bei der Polizei kündigen und Texter werden lassen, und diese Freude am Formulieren will ich auch in meinen Geschichten ausleben. Letztendlich ist das der Grund, warum ich es tue. Dabei bin ich auch meinen beiden Lektoren dankbar, dass sie mich hier und da bei allzu ausufernden Gebilden bremsen können.

- Eine Frage, die nicht fehlen darf: Was liest Du selbst?

Natürlich habe ich selbst auch immer viel gelesen. Leider ist es in den letzten Jahren etwas weniger geworden, wegen der selbstgewählten Freiberuflerei. Mindestens die Hälfte meiner Lektüre besteht jedoch aus Sachbüchern, vor allem aus den Bereichen Geschichte, Philosophie, Natur- und Geisteswissenschaften. Im Bereich der Bellestrik lese ich echt querbeet, von Klassikern wie Alexandre Dumas, Astrid Lindgren, Mark Twain oder auch Hesse, Shakespeare und Goethe über populäre Erfolgsautoren wie Dan Brown oder Stephen King bis zu Liebhaber-Literatur, die ich bei Autoren wie Daniel Kehlmann, Pascal Mercier, Peter Stamm oder Alice Munro finde. Zu meinen belletristischen Lieblingsbüchern der jüngeren Vergangenheit zählen "Nachtzug nach Lissabon", "Die unglaubliche Pilgerreise des Harold Fry" oder "Die Vermessung der Welt".

Zum Schluss noch 3 ultrakurze Antworten bitte:

- Welches Buch hättest Du gerne selbst geschrieben?

Nachtzug nach Lissabon

- Welche deiner sechs Erzählungen ist deine Lieblingsgeschichte?

Welches meiner Kinder sollte ich mehr lieben als die anderen? Dafür sind sie zu verschieden.

- Hast du ein literarisches Vorbild?

Alice Munro! Ihre Kunst ist einzigartig und für mich unerreichbar. Das macht sie zu einem perfekten, weil dauerhaften Ansporn.
 
Vielen lieben Dank Thomas, für dieses tolle Interview ;)
 
 
Das Gewinnspiel:
 
Die Gewinne:
 
- 1 x signiertes Taschenbuch Band 1 "Unglaubliche Welt"
 


- 1 x signiertes Taschenbuch Band 2 "Herzenssachen"

 
- 1 x Audio-CD vom Verlag
- 5 mal ein eBook nach Wahl vom Verlag (Amazon-Gutschein)
- Sonderpreis:
1 Autorenvertrag für eine Erzählung von mindestens 7.500 Wörtern Länge mit einem 100-Euro-Vorschuss, inkl. Lektorat, Satz und Gestaltung
(muss man im Lostopf extra erwähnen, dass man diesen Preis gewinnen möchte)
 
Um eine Chance auf einen dieser tollen Preise zu haben, müsst ihr einfach die jeweiligen Fragen unter den Tourposts in den Kommentaren beantworten. Dann wandert ihr in den Lostopf.
 
Meine Frage an euch lautet:
 
Wie hat euch das Interview gefallen und welche Frage hättet ihr gestellt?
 
Regeln:
 
- Gewinnspiel läuft bis zum 06.01. 2015, 23:59 Uhr.
- Teilnahme am Gewinnspiel ab 18 Jahren
- Bewerber erklären sich im Gewinnfall bereit öffentlich genannt zu werden (Gewinnerpost) - und das ihre Adresse dem KopfKino Verlag zwecks Gewinnversands übermittelt wird.
- Keine Barauszahlung der Gewinne möglich
- Keine Haftung für den Postversand
 
Morgen macht die Blogtour ihren Halt bei
 
Sie zeigt uns das Erlebnis Vorlesegeschichten.
 
 
Danke, das ihr bei mir hereingeschaut habt.
 
Bis bald
 
eure Rebecca






 

Kommentare:

  1. Hallo
    Danke für das tolle Interview! Du hast tolle Fragen gestellt und uns den Autor so ganz toll näher gebracht :-) Danke dafür :-*
    Ich hätte vllt noch fragen rund um die Hörbücher gestellt, aber ich find Dein Interview auch so ganz toll gelungen!!
    Glg Mimi
    mimis.lesesucht@gmail.com

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  2. Hallo und guten Tag,

    war schon sehr interessant und ansprechend. Danke dafür.

    Meine persönliche Lieblingsfrage ist trotzdem :

    Welche Ziele und Wünsche/Hoffnung sich der Autor gerne noch erfüllen möchte in absehbarer Zeit.

    LG..Karin..

    PS. Daten kommen dann per PN..Danke

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  3. Hallo!Tolles Interview! So lernt man mal etwas mehr vom Menschen hinter dem Buch kennen.Ich hätte gerne gefragt was ihn dazu bewegt seine Hörbücher selbst vorzulesen??Wie auch im ersten Kommentar geschrieben wurde!Freue mich auf morgen.Super Blogtour!LG Marina freye1178@gmail.com

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  4. Sonjas Bücherecke5. Januar 2015 um 17:21

    Hallo,

    ich finde die Blogtour spitze. Und das Interview könnte nicht besser sein. Mir wären wahrscheinlich die gleichen Fragen in den Sinn gekommen.
    Wünsche dir eine schöne Woche.
    LG Sonja

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  5. Hallo, ein schöner Stopp auf der Blogtour. Ich fand das Interview sehr spannend und denke dass wir das wichtigste erfahren haben, bzw die Frage nach der Entstehung der Geschichten konnte Herr Dellenbusch ja selbst nicht beantworten.
    Mir geht es bei meinen Geschichten ähnlich. Aber dennoch würde ich mich über den Autorenvertrag freuen.
    Liebe Grüße
    Daniela
    Danielaschmitz1982@freenet.de

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  6. Hallo Rebecca,

    dein Interview hat mir sehr gut gefallen. Deine Fragen sind super gewählt und haben uns Thomas Dellenbusch näher gebracht. Ich finde es immer toll, wenn man mehr über den Autor erfährt. Vielen Dank für den tollen Beitrag und noch einen schönen Abend

    Liebe Grüße
    Astrid

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  7. Hallo, ;)

    ich fand das Interview sehr spannend und fand, dass du alle wichtigen Fragen gestellt hast. ;)

    Viele liebe Grüße

    Ricarda

    ricarda.kehlert@gmx.de

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